Ignazhden: der Tag des heiligen Ignatius
Auf einen Blick
| Datum | 20. Dezember; fällt der Tag auf einen Sonntag, wird er um einen Tag vorverlegt |
|---|---|
| Auch genannt | Polaz, Polazovden, Mlada godina |
| Bulgarischer Name | Игнажден |
| Wo | Bulgarien |
Quelle: Игнажден1
Ein Winterfest
Ignazhden ist der bulgarische Festtag des heiligen Ignatius Theophorus, Bischof von Antiochia, den die orthodoxe Kirche am 20. Dezember begeht. Radio Bulgaria berichtet, dass er im Jahr 108 unter dem römischen Kaiser Trajan als christlicher Märtyrer starb. In der bulgarischen Volkstradition ist der Tag mit der Wintersonnenwende und dem Übergang vom alten zum neuen Jahr verbunden. Ältere Vorstellungen beschrieben ihn als den Tag, an dem die neue Sonne geboren wird, und als die Zeit, in der einst das neue Jahr begrüßt wurde.1,2
Der erste Besucher
Ein zentraler Brauch ist das Polazvane: Der erste Mensch, der ein Haus betritt, heißt Polaznik. Man glaubt, dass dieser Besucher das Schicksal des Haushalts für das Jahr vorhersagen oder beeinflussen kann. Die Familie lädt mitunter jemanden ein, den sie für wohlhabend, gesund und glücklich hält; auch Kinder sind wegen ihrer Unschuld und Reinheit willkommen. Bei manchen Bräuchen bringt der Besucher Stroh oder kleine Holzstücke ins Haus und vollzieht rituelle Handlungen. Manche Menschen vermeiden es, andere zu besuchen, um nicht als guter oder schlechter Polaznik beurteilt zu werden.1,2
Speisen und Brauchtum
Ignazhden fällt in die Weihnachtsfastenzeit, daher ist das traditionelle Mahl bescheiden und fleischlos. Die Bräuche unterscheiden sich von Region zu Region. Das Mahl und die rituellen Gegenstände stehen für Schutz und für Wünsche nach Fruchtbarkeit und Wohlergehen.1,2
- Weizen oder Hirse
- Ganze Walnüsse
- Zwiebeln und eingelegtes Gemüse
- Ein schlichtes Ritualbrot oder Rundbrot
Quelle: Игнажден1
Ein Bericht von Radio Bulgaria aus dem Jahr 2023 stellt fest, dass die Menschen sichtbare Teile der Bräuche weiterhin pflegen, manchmal ohne ihre Bedeutung zu kennen. Der in dem Bericht zitierte Ethnologe warnt Christen davor, Rituale als Mittel zu betrachten, sich Glück zu sichern. Er versteht das bescheidene Mahl des Tages als Erinnerung daran, das Herz zu reinigen.2
Quellen
Fakten geprüft 13. Oktober 2026. Von InvestBulgaria zur allgemeinen Information erstellt.