Boris III. von Bulgarien
Auf einen Blick
| Auf Bulgarisch | Борис III |
|---|---|
| Geboren | 30. Januar 1894, Sofia, Bulgarien |
| Gestorben | 28. August 1943, Sofia, Bulgarien |
| Regierungszeit | 3. Oktober 1918 bis 28. August 1943 |
| Vater | Ferdinand I. von Bulgarien |
| Ehefrau | Giovanna von Savoyen |
| Nachfolger | Simeon II. |
Quelle: Wikipedia: Boris III of Bulgaria1
Frühe Jahre und Herrschaft
Boris wurde in Sofia als ältester Sohn von Ferdinand I. und Prinzessin Marie Louise von Bourbon-Parma geboren. 1896 wurde er vom Katholizismus zur Orthodoxie übergeführt, als Teil der Bemühungen seines Vaters, Bulgarien mit Russland auszusöhnen. Er besuchte die Palastschule und die Militärschule in Sofia, nahm an den Balkankriegen teil und diente im Ersten Weltkrieg als Verbindungsoffizier.1
Nach der Niederlage Bulgariens 1918 dankte Ferdinand ab, und Boris wurde Zar. Die ersten Jahre seiner Herrschaft waren von politischen Konflikten geprägt. 1923 stürzte ein Militärputsch Ministerpräsident Aleksandar Stamboliyski, und 1925 tötete ein Bombenanschlag in der Kirche Sveta Nedelya 213 Menschen. 1934 putschte die Bewegung Zveno und verbot die politischen Parteien. Im folgenden Jahr entmachtete Boris Zveno und regierte danach faktisch als absoluter Monarch.1
Krieg und Politik
Im Zweiten Weltkrieg blieb Bulgarien zunächst neutral. 1940 erhielt es mit dem Vertrag von Craiova die Süddobrudscha von Rumänien. Im März 1941 schloss Boris Bulgarien den Achsenmächten an. Danach erhielt das Land Gebiete, darunter Teile des jugoslawischen Makedonien und des griechischen Thrakien. Boris schickte keine bulgarischen Truppen an der Seite Deutschlands in den Krieg gegen die Sowjetunion.1
Im Januar 1941 billigte Boris das antisemitische Gesetz zum Schutz der Nation, das den bulgarischen Juden die Staatsbürgerschaft aberkannte und ihre Rechte einschränkte. 1943 deportierten die bulgarischen Behörden 11.343 Juden aus den besetzten Gebieten in nationalsozialistische Lager. Nach Protesten in Bulgarien stoppte Boris die geplanten Deportationen von Juden aus dem Vorkriegsgebiet des Landes. Stattdessen wurden fast 20.000 bulgarische Juden zur Zwangsarbeit aufs Land verbannt. Die meisten aus den besetzten Gebieten deportierten Juden kamen in den Lagern ums Leben.1
Tod und Nachfolge
Boris starb am 28. August 1943 in Sofia, kurz nach seiner Rückkehr von einem Treffen mit Hitler. Als Todesursache wurde Herzversagen angegeben, doch es kursierten Theorien über eine Vergiftung. Eindeutige Beweise für ein Verbrechen gab es nicht. Nachfolger wurde sein sechsjähriger Sohn Simeon II., für den ein Regentschaftsrat die königliche Gewalt ausübte. Nach einem Staatsbegräbnis wurde Boris im Rila-Kloster beigesetzt. Später wurde sein Leichnam exhumiert und heimlich an einen anderen Ort gebracht; nur sein Herz wurde wiedergefunden und 1994 im Kloster erneut beigesetzt.1
Quellen
Fakten geprüft 13. Oktober 2026. Von InvestBulgaria zur allgemeinen Information erstellt.